Zukunft der Programme E+/ESK in UK & Auswirkungen auf die DG

Das Vereinigte Königreich ist mit dem Brexit nicht nur aus der EU ausgetreten, sondern beendet ab 2021 auch seine Partnerschaft & Teilnahme an den europäischen Programmen Erasmus+ und Europäisches Solidaritätskorps.

Das Jugendbüro der Deutschsprachigen Gemeinschaft gibt in seiner Rolle als Nationale Agentur für die europäischen Programme in der DG Auskunft darüber, welche Auswirkungen dies auf bereits bewilligte Projekte & Anträge und die Deutschsprachige Gemeinschaft hat.

Status der Teilnahme an den Programmen Erasmus+ (E+) / Europäisches Solidaritätskorps (ESK) (Laufzeit 2014-2020):

Die Entscheidung über die künftigen Regelungen hat keine Auswirkungen auf die Teilnahme des Vereinigten Königreichs an den Programmen E+ und ESK (2014-2020). Die E+/ESK -geförderten Projekte werden zwischen 2021-2025 weiterhin verwaltet.

Teilnehmer, die im Rahmen von Erasmus+ – und ESK-Austauschprogrammen, für die während der laufenden Erasmus+- und ESK-Programme (2014-2020) erfolgreich ein Antrag gestellt wurde, im Ausland studieren, eine Ausbildung absolvieren, einen Freiwilligendienst leisten oder einen Auslandsaufenthalt absolvieren, werden für die gesamte Dauer ihres Austauschs teilnehmen können. Dies gilt sowohl für britische Teilnehmer, die ins Ausland gehen, als auch für internationale Teilnehmer, die nach Großbritannien kommen. 

Zukünftige Aktivitäten:

Die britische Regierung hat eine Erklärung zum neuen, selbst verwalteten „Turing Scheme“ veröffentlicht, einem neuen Programm zur internationalen Studentenmobilität, das die Teilnahme des Vereinigten Königreichs an Erasmus+ ersetzen soll. Dieses wird ab September 2021 Mittel für Mobilitätsaufenthalte von Studierenden im Hochschul-, Berufsbildungs- und Schulbereich bereitstellen.

Das neue Programm wird zunächst für ein Jahr laufen und von dem British Council und Ecorys verwaltet werden. Die Partnerländer müssen über eine nationale/institutionelle Finanzierung verfügen, wenn sie Teilnehmer nach Großbritannien schicken möchten.

Informationen zu diesem neuen Programm hat die britische Regierung auf folgenden Seiten zusammengestellt:

VISA:

Teilnehmer, die nach dem 31. Dezember 2020 in das Vereinigte Königreich reisen, sollten sich bewusst sein, dass sie möglicherweise besondere Anforderungen für ihren Aufenthalt erfüllen müssen. Erasmus+ Teilnehmer, die für Arbeits- oder Freiwilligeneinsätze jeglicher Dauer nach Großbritannien reisen, benötigen ein Visum, für Studienaufenthalte von weniger als 6 Monaten ist dies jedoch nicht erforderlich. Bei der Beantragung des Visums kann ein Zuschlag für die Gesundheitsversorgung anfallen.

Auswirkungen auf die DG:

Die folgenden Angaben zeigen recht deutlich, dass der Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU und den Programmen E+ / ESK für die Deutschsprachige Gemeinschaft nur sehr geringe Auswirkungen hat.

Im Zeitraum der Programmlaufzeit 2014-2020 gab es:

  • 28 Mobilitäten von ostbelgischen Lernenden ins Vereinigte Königreich.
    (Von 1057 abgeschlossenen Mobilitäten von Lernenden in allen Bereichen haben nur 28 im Vereinigten Königreich stattgefunden. Personalmobilitäten gab es vergleichsweise 13.)
  • 27 Mobilitäten in der beruflichen Bildung (RSI [24] und ZAWM [3]) und eine Mobilität in der Hochschulbildung (Autonome Hochschule).

Aber auch abgesehen vom Vereinigten Königreich können unter Nutzung der Programme Erasmus+ und ESK Englischkenntnisse durch Mobilitäten in andere Länder verbessert werden. Das RSI z. B. entsendet Praktikanten nach Finnland und Estland, wo Englisch die offizielle Arbeitssprache ist. Und nicht zuletzt ist Irland ein Mitgliedsland der EU, dessen Muttersprache Englisch ist.

Außer den vielfältigen Möglichkeiten, die Erasmus+ bietet, gibt es selbstverständlich auch die Möglichkeit eines Auslandsaufenthalts über das Europäische Solidaritätskorps (ESK), entweder im Rahmen eines Freiwilligenprojekts oder in dem ganz neu hinzugekommenen Bereich „humanitäre Hilfe“.

Ferner bietet das Eurodesk-Netzwerk mit Koordinierungsstellen in 36 Ländern Informationen zu nationalen und europäischen Förderprogrammen. Zum 01.01.2021 hat das Jugendbüro die Eurodesk-Koordination für die Deutschsprachige Gemeinschaft übernommen (Weitere Infos unter www.jugendbuero.be/unsere-programme/eurodesk/).

Die Möglichkeiten reichen von Einzelmobilitäten über strategische Partnerschaften und Jugendaustausch-Maßnahmen bis hin zu Freiwilligenprojekten – alles im europäischen Ausland, mit englischen Muttersprachlern oder Englisch als Arbeitssprache aller Beteiligter.

Detailliertere Auskünfte zu Erasmus+, dem Europäischen Solidaritätskorps und Eurodesk erteilt die Nationale Agentur, das Jugendbüro der Deutschsprachigen Gemeinschaft, gern auf Anfrage oder online unter www.jugendbuero.be/unsere-programme/.