Vom Jugendbüro zum EFD!

Im August 2015 trat Joana Girkes eine Vertretung im Jugendbüro an. Während ihrer 6-monatigen Tätigkeit als Beraterin für den Jugendbereich lernte sie das Erasmus+ Programm kennen. Als zum Ende ihrer Vertretung ein EFD-Platz in Irland frei wurde, zögerte sie nicht lange und meldete sich spontan!
Ab Februar 2016 war sie in Dublin, wo sie in der Organisation DePaul tätig war, die sich um obdachlose Menschen kümmert. Sie wohnte mit fünf anderen Jugendlichen zusammen, die für die gleiche Organisation arbeiten: „Wir werden an unterschiedlichen Orten eingesetzt und jede von uns führt ihr eigenes Projekt durch.“ Die Organisation betreut mehrere Wohnprojekte für Obdachlose. In „Peter’s Place“, dem Haus, in dem Joana gearbeitet hat, wohnen 35 Männer und Frauen zwischen 18 und 35 Jahren mit oder ohne Alkohol-, Drogen- oder mentalen Probleme. Joanas Aufgabe war es, die Bewohner näher kennenzulernen und Aktivitäten (Kinobesuche, Wanderungen, kulturelle Ausflüge, Kochabende) mit ihnen durchzuführen. Ziel dieser Unternehmungen ist es, das Selbstbewusstsein der Menschen zu stärken, sie in die Gesellschaft zu re-integrieren und ihnen neue Fähigkeiten zu vermitteln. Joana unterstützte sie auch bei der Wohnungs- und Arbeitssuche. Außerdem hatte sie die Aufgabe, Menschen ausfindig zu machen, die einst obdachlos waren, um den Menschen in „Peter’s Place“ die Hoffnung zu vermitteln, dass sich auch ihre Situation verbessern kann.

In ihrer Freizeit ging Joana ins Fitnessstudio, verbrachte gesellige Abende mit ihren Mitbewohnern und Freunden und besichtigte Stadt und Land. Durch den Kontakt mit den Landsleuten und Mitbewohnern haben sich ihre Sprachkenntnisse verbessert: „Bevor ich nach Irland gekommen bin, sprach ich zwar schon Englisch, jedoch lerne hier noch eine ganz andere Form der englischen Sprache kennen. Hinzu kommt, dass ich mein Italienisch ein wenig aufbessern kann, da ich mit drei Italienerinnen zusammen wohne.“ Doch die Lernerfahrung ging weit über den Spracherwerb hinaus: „Ich lerne durch den Kontakt mit den Menschen, was es heißt, obdachlos zu sein und Alkohol- und/oder Drogenprobleme zu haben. In meinem Projekt lerne ich auch Gitarre zu spielen. Darüber hinaus treffe ich viele nette Leute und entdecke die Kultur des Landes. Ich habe auch bereits Erkenntnisse über mich selbst gewonnen und verbessere aktiv meine sozialen Fähigkeiten.“

Ihre schönsten Erinnerungen stammen aus den Einführungstagen, wo alle Freiwilligen, die in einem Land arbeiten, zusammen auf ihren Freiwilligendienst eingestimmt werden. „Dort habe ich viele Freiwillige aus ganz unterschiedlichen Ländern kennengelernt, die alle mehr oder weniger dieselben Interessen haben.“ Jungen Menschen, die mit dem Gedanken spielen, einen Freiwilligendienst im Ausland zu absolvieren rät sie, „offen für die neue Erfahrung zu sein und nicht zu viele Erwartungen an das Projekt zu haben. Es kommt immer anders, als man es sich vorstellt, aber wenn man sich darauf einlässt, erlebt man sehr schöne Momente.“