Jubliäumsfeier zu 10 Jahren Erasmus Belgica mit König Philippe in Brüssel

Am 23. Oktober wurde das 10-jährige Bestehen des Programmes Erasmus Belgica im Theater Bronks in Brüssel feierlich begangen.

Zum 10-jährigen Jubiläum des Programmes Erasmus Belgica, dem innerbelgischen Studentenaustauschprogramm, wurden in Brüssel im Beisein des Königs Projekte und Teilnehmer in den Mittelpunkt gestellt.
Anlässlich der Feierlichkeiten wurde ein Schreibwettbewerb ausgelobt, der ehemalige und aktuelle Teilnehmer an diesem Programm dazu aufforderte, über ihre Erlebnisse zu berichten. Der jeweils beste Bericht aus den drei Sprachgemeinschaften unseres Landes wurden von König Philippe ausgezeichnet.
Aus der DG durfte sich Marei Schwall über die Auszeichnung freuen. Sie absolvierte im Rahmen ihrer Krankenpflege-Ausbildung 2012 ein dreimonatiges Praktikum in Brüssel.

Eine echt belgische Veranstaltung

Es ist mucksmäuschenstill. Alle warten voller Spannung darauf, dass der König endlich den Saal betritt. Im Saal des Theaters Bronks in Brüssel sitzen 230 Gäste. Vertreter von Hochschuleinrichtungen, ehemalige Erasmus Belgica-Studenten, politische Entscheidungsträger oder einfach Neugierige, die mehr über das innerbelgische Austauschprogramm Erasmus Belgica erfahren wollen, sie alle warten gespannt..
Dann ist es endlich soweit: „De koning, le roi, der König“ wird der Ehrengast in den drei Landessprachen angekündigt, und alle Gäste erheben sich und klatschen begeistert Beifall.

Das soll nicht der einzige Moment bleiben, in dem alle drei Sprachen gesprochen werden. Schließlich wollte König Philippe mit dem Prinz-Philippe Fonds und der Initiierung des Programms Erasmus Belgica genau das fördern: einen Austausch zwischen den drei belgischen Sprachgemeinschaften, um junge Menschen für die drei Landessprachen, -kulturen und –mentalitäten zu sensibilisieren.

In diesem Geist beginnt das Programm zum 10-jährigen Bestehen von Erasmus Belgica. Mit viel Witz und Humor, aber auch mit zahlreichen Denkanstößen wird über die belgische Kultur- und Sprachenvielfalt philosophiert.

Die Journalisten Maxime Paquay von der RTBF und Sophie Verbrugge von Radio2, beide Gewinner des Wettbewerbes Belgodyssée, sowie Alain Kniebs vom BRF führten in den drei Landessprachen durch den Nachmittag. Der rote Faden: Vorurteile gegen über Flamen, Wallonen und deutschsprachigen Belgiern und was dran ist – ein Thema, das die anfängliche Stille schon bald in Gelächter verwandelt.

Nach der Auftaktrede vom Vorsitzenden des Prinz-Philippe-Fonds, dem Baron Luc Vansteenkiste, ergreifen auch die Bildungsminister der drei Gemeinschaften das Wort. Anschließend berichten die Beauftragten für internationale Beziehungen von Hochschuleinrichtungen aus den drei Landesteilen über ihre Arbeit mit Erasmus Belgica. Auch Studenten, die am Programm teilgenommen haben, berichten von ihrem Studienaufenthalt oder Praktikum im anderssprachigen Belgien. Schließlich folgt die Preisverleihung durch den König an die Gewinner des Schreibwettbewerbes „Erasmus Belgica“: Marei Schwall für die Deutschsprachige Gemeinschaft, Nora Delang für die Flämische Gemeinschaft und Antoine de Courrière für die Französische Gemeinschaft.
In einer äußerst aufschlussreichen Rede, gibt dann Prof. Dr. Ludo Beheydt, Universitätsprofessor an der UCL, einen Überblick über die Entwicklung des belgischen Multikulti. Universitätsprofessor M. Philippe Van Parijs reiht an diese Denkanstöße Fakten und Zahlen zur Entwicklung des Sprachgebrauchs in Belgien und Erklärungen zum „Plan Marnix“.

Im Anschluss an den offiziellen Teil wurden beim Cocktaildinner die aufgeworfenen Fragen des Nachmittags erörtert. Sehen Sie sich eher als Wallone oder als Belgier? Welche Erfahrungen haben Sie mit deutschsprachigen Belgiern gemacht? Welche Zukunft für den belgischen Multikulti?

Um 21 Uhr strömt dann auch die junge Generation ins Bronks-Theater und rundet somit das Bild der Vertreter des belgischen Hochschulbereichs ab. In einem prall gefüllten Saal bringt die flämische Band „Sir Yes Sir“ das Publikum zum toben, und auch als DJ Bruselo auflegt ebbt die gute Stimmung unter den Studenten nicht ab.

Um Mitternacht ist die Veranstaltung zu Ende. 10 Jahre Erasmus Belgica sind vorüber und ebnen neue Wege zum innerbelgischen Austausch. Der eine hat über Belgien nachgedacht, der andere hat in einer anderen belgischen Sprache kommunizieren müssen und hat über andere belgische Mentalitäten gelacht. Aber eines hatten an diesem Tag wohl alle gemeinsam: sie alle waren noch einmal bewusst Belgier.

Bilder und Pressereaktionen gibt es unter folgenden Links:
BRF
Het Nieuwsblad
De Standaard
Le Soir
De Morgen
hln