Maßnahmen der Nationalen Agentur Erasmus+/ESK

#StandwithUkraine

Angesichts der besorgniserregenden Lage in der Ukraine hat die Europäische Kommission beschlossen, ukrainische Studierende, junge Menschen, Lehrkräfte und Erzieher in diesen äußerst schwierigen Zeiten durch die Programme Erasmus+ und Europäisches Solidaritätskorps so weit wie möglich zu unterstützen. Die Programme haben eine lange Tradition in der Förderung von Verständnis und Solidarität zwischen Menschen aus allen Ländern und mit unterschiedlichem Hintergrund.

Im Folgenden bieten wir einen Überblick über Ansätze, die zur Erleichterung der Integration ukrainischer Teilnehmer in die von den Programmen angebotenen Aktivitäten vorgesehen sind:

Verstärkung der Kommunikation über bestehende Möglichkeiten der Programme E+ und ESK:
  • Mobilisierung laufender Projekte: Eine aktive Mobilisierung und Hilfsbereitschaft kann teilweise auch durch laufende Projekte kanalisiert werden, bei denen der Schwerpunkt der betroffenen Aktivitäten angepasst werden kann, um einen Beitrag zur Unterstützung der vom Krieg vertriebenen oder betroffenen Personen zu leisten.

  • Begünstigte von laufenden KA1-Projekten (Erasmus+ 2021-2027), von laufenden strategischen KA2-Partnerschaften (Erasmus+ 2014-2020) sowie von Kooperationspartnerschaften und kleinen Partnerschaften (Erasmus+ 2021-2027) können auf freiwilliger Basis einen Teil ihrer Projektmittel für Aktivitäten zur Unterstützung der Ukraine umwidmen. Zu diesem Zweck können die Begünstigten wählen, welche Aktivität ihres laufenden Projekts, die noch nicht umgesetzt wurde, sie ersetzen oder ändern möchten.

  • In den Bereichen Hochschulbildung, Berufsbildung, berufliche Bildung und Erwachsenenbildung sollten die nationalen Stellen auch für die Aktivität „Eingeladene Experten“ werben, damit Erasmus+-Organisationen in Regionen, die vom Flüchtlingsstrom betroffen sind, einen Experten/Lehrer/Mitarbeiter einladen können, um das Personal der Organisation beim Integrationsprozess zu unterstützen. Um Personal zu finden, das an einer solchen Mobilität teilnehmen und als Experte fungieren kann, wird die Kommission die Partnersuche auf der Grundlage des verfügbaren Fachwissens (Lehrkräfte, Personal und Organisationen) auf einschlägigen Plattformen und mit Unterstützung der nationalen Agenturen unterstützen.

  • Begünstigte aller laufenden strategischen KA2-Partnerschaften (Erasmus+ 2014-2020) sowie von Kooperationspartnerschaften und kleinen Partnerschaften (Erasmus+ 2021-2027) sind eingeladen, auf freiwilliger Basis, einen Teil ihrer Projektmittel für Aktivitäten zur Unterstützung der Ukraine umzuwidmen. Zu diesem Zweck können die Begünstigten wählen, welche Aktivität ihres laufenden Projekts, die noch nicht durchgeführt wurde, sie ersetzen oder ändern möchten. Jede Änderung, die zu einer Veränderung des Umfangs und der Gesamtziele des Projekts führen würde, erfolgt durch eine Änderung der Finanzhilfevereinbarung gemäß den darin enthaltenen Änderungsbestimmungen.

  • Die Begünstigten laufender Projekte im Rahmen des Programms „Europäischer Solidaritätskorps“ werden aufgefordert, auf freiwilliger Basis den Schwerpunkt der betroffenen Aktivitäten anzupassen, um einen Beitrag zur Hilfe für die durch den Krieg vertriebenen Menschen zu leisten. Zu diesem Zweck können die Begünstigten wählen, welche Aktivität aus ihrem laufenden Projekt, die noch nicht durchgeführt wurde, sie ersetzen oder ändern möchten.

Anstehende Bewerbungsrunden für Erasmus+ und das Europäische Solidaritätskorps:

Erasmus+  bietet zwei optionale Antragsfristen. Im Mai und im Herbst wird es Bewerbungsrunden für Jugendpartizipationsaktivitäten und kleinere Partnerschaften in den Bereichen Schulbildung, Berufsbildung, Erwachsenenbildung und Jugend geben.
Auch beim Europäische Solidaritätskorps wird es optionale Bewerbungsrunden geben. Anträge für Solidaritätsprojekte können im Mai und im Herbst eingereicht werden und Anträge für Freiwilligenprojekte im Herbst.

Die Europäische Kommission ermutigt künftige Projekte, sich auf Aspekte im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg und dessen Auswirkungen zu konzentrieren:

  • Im Rahmen von Erasmus+ könnten Projektantragsteller ermutigt werden, Aktivitäten im Zusammenhang mit der Integration ukrainischer Flüchtlinge, der Förderung gemeinsamer europäischer Werte oder dem Kampf gegen Desinformation und Fake News einzubeziehen.
  • Bei Solidaritäts- und Freiwilligenprojekten könnten die Antragsteller ermutigt werden, Aktivitäten im Zusammenhang mit der Unterstützung und Integration ukrainischer Flüchtlinge, einschließlich ihrer Kinder und Minderjährigen, die allein geflohen sind, der Förderung gemeinsamer europäischer Werte, der Bekämpfung von Desinformation und Fake News oder Solidarität und Einheit einzubeziehen.
Spezifische außergewöhnliche Anpassungen der Programmregeln:

Um flexibel auf die besonderen Bedürfnisse der ukrainischen Teilnehmer im aktuellen Kontext reagieren zu können, wurden einige spezifische Ausnahmeregelungen vereinbart, um ihre Beteiligung an Aktivitäten des Erasmus+ und des Europäischen Solidaritätskorps zu erleichtern.

  • Öffnung der Erasmus+ KA1-Mobilitätsprogramme (Mittel der Haushaltslinie 2) ausnahmsweise für neue Teilnehmer aus der Ukraine im Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung.
  • Erleichterung der Teilnahme von Studierenden und Mitarbeitern aus der Ukraine im Rahmen der internationalen Kreditmobilität (Mittel der Haushaltslinien 4 und 6) durch Verwendung der verfügbaren Mittel aus den Mitteln der Östlichen Partnerschaft für ukrainische Teilnehmer.
  • Im Rahmen des ESK Ermöglichung von Freiwilligeneinsätzen in der Ukraine ohne Entsendeorganisation auf ukrainischer Seite.