Erasmus+: Gemeinsam durch die COVID-19-Krise

Das Virus COVID-19 hat es wohl geschafft, die komplette Welt in Atem zu halten. Kaum jemand kann nun mehr behaupten, dass er vom Ausbruch des Virus nicht betroffen ist. Jeder spürt es und jeder hat sich den neuen, persönlichen, gemeinschaftlichen und wirtschaftlichen Herausforderungen zu stellen. Darüber hinaus wirkt sich das Virus auch auf internationale Projekte aus, die von dem EU-Programm Erasmus+ gefördert werden.

Auch wir Mitarbeiter der Nationalen Agentur für Erasmus+ müssen auf die aktuelle Situation reagieren. Wir werden nicht nur flexibel, was das Arbeiten von Zuhause aus betrifft, sondern bieten vor allen Dingen den Antragstellern Unterstützung in jeglicher Art und Weise. Die Kleinheit von Ostbelgien ist in diesem Sinne unsere größte Stärke. Alle Fragen, Zweifel und Ängste von Projektträgern können in einem persönlichen Gespräch via Telefon, Videokonferenz oder E-Mail geklärt und genommen werden. Zusätzlich halten wir unsere Webseite sowie Facebook stets aktuell.

Erasmus+ gibt Einrichtungen in Europa und der Welt die Möglichkeit, in transnationalen Partnerschaften zu arbeiten und Ideen, Methoden und gute Praktiken auszutauschen. Gemeinsam sollen Grenzen abgebaut und das gemeinsame internationale Lernen gefördert werden. Doch viele Projektaktivitäten müssen abgebrochen oder verschoben werden. Gleichzeitig greifen einige Projektträger zu Alternativprogrammen, so zum Beispiel der belgische Nationalleiter der Royal Rangers, Alexander Kever:

„Als multinationales Projekt junger Menschen war es für von Anfang an normal, die modernen technischen Mittel zu nutzen. Online-Werkzeuge dienen als Kommunikationskanal oder zur Projektkoordination, Kollaborations-Tools ermöglichen, dass mehrere Beteiligte „auf der ganzen Welt“ gemeinsam – z.T. sogar gleichzeitig – an denselben Dokumenten arbeiten können.

Nichtdestotrotz sind gewisse Präsenz-Projekttreffen als Meilensteine des Projektes unerlässlich. Wenn eine kleine Gruppe motivierter Menschen z.B. an einem verlängerten Wochenende gemeinsam vor Ort im direkten persönlichen Austausch in Klausur geht und intensiv an einem Projekt arbeitet, ist der dort erzeugte Projektfortschritt imminent und messbar.

Durch die aktuellen Einschränkungen der Reisefreiheit und des öffentlichen Lebens mussten wir u.A. das für Anfang April terminierte Projekttreffen auf Island auf unbestimmte Zeit verschieben. Auch geplante Test-Sessions im Rahmen von anderen Jugendbegegnungen für unsere Ausarbeitung eines pädagogischen Handbuchs mussten europaweit abgesagt werden, bei anderen ist die Durchführung in 2020 weiterhin gefährdet.

Hoffentlich wird sich die Situation nach den Sommerferien wieder soweit normalisiert haben, dass eine uneingeschränkte Wiederaufnahme der Projekt-Tätigkeiten ermöglicht wird.

Bis dahin bleibt uns nur, regelmäßig per Videokonferenz o.Ä. mit unseren Projektteilnehmern zu kommunizieren und sie dahingehend zu motivieren, die jetzige Zeit (auch für das Projekt) bestmöglich zu nutzen.“

Mit einem gewagten Blick in die Zukunft wird auch das neue Programm Erasmus+ 2021-2027 Möglichkeiten für gemeinsames Lernen zwischen Teilnehmern, Organisationen, Sektoren und Ländern bieten. Der digitale Sprung hat ein großes Potential freigesetzt, Techniken der virtuellen Kooperation für die Zukunft zu übernehmen. Auch wenn virtuelles Lernen neue Ansätze ermöglichen wird, die Notwendigkeit, von Angesicht zu Angesicht zu lernen, zu unterrichten und zu kooperieren verschwindet jedoch nicht. Online-Learning bietet Gelegenheiten, Wissen zu erlangen, kann aber die Erfahrung nicht ersetzen, interpersonelle, interkulturelle und internationale Kompetenzen zu erlernen. Im neuen Programm Erasmus+ 2021-2027 wird es einen starken Fokus geben, das Programm inklusiver und flexibler zu gestalten und existierende Wege der Kooperation mit virtuellen zu ergänzen.

Da das Corona-Virus eine globale Krise hervorgerufen hat, ist eine gemeinsame Zusammenarbeit wichtiger denn je zuvor, um diesen Herausforderungen zu begegnen und eine sichere und nachhaltige Umwelt für die kommenden Jahre zu erschaffen. Daher müssen wir gemeinsam aufatmen und vor allem weiter atmen!

#WeStandTogether