„Spannende Arbeit im Team“ – Europäischer Freiwilligendienst im Belle-Vue

Das Empfangszentrum für Asylbewerber “Bellevue” und der EFD – Véronique Wetzelaer

Das „Belle-Vue“ beherbergt bis zu 100 Bewohner verschiedener Kulturen, Nationalitäten und Religionen. Zu den Aufgaben des Roten Kreuzes gehören die Verwaltung des Hauses sowie der Empfang und die Begleitung der Flüchtlinge, darunter knapp 50 unbegleitete Minderjährige (Stand: April 2016).

Seit 2011 hat das Bellevue 6 Freiwillige aus Dänemark, Italien, Österreich, Deutschland und Spanien aufgenommen

Véronique Wetzelaer und ElenaAufgrund des komplexen Aufgabenbereichs wählt die Direktorin des Bellevue Véronique Wetzelaer unter den vielen Bewerbungen grundsätzlich Freiwillige aus, die älter als 22 Jahre sind. Eine Ausnahme war die 18-jährige Elena aus Italien, die in ihrer Bewerbung angegeben hatte, dass sie Fußballspielerin ist. Die Flüchtlinge haben zunächst gestaunt, als die zierliche Italienerin sie mit dem Kleinlastwagen zum IRMEP fuhr. Nach dem Fußballspiel war die anfängliche Skepsis dem Respekt gewichen. Dass die Erfahrungen, die die jungen Menschen während ihres Freiwilligendienstes machen, einen Einfluss auf ihren beruflichen Werdegang haben, zeigt auch das Beispiel von Sebastian aus Dänemark. Er hat im Anschluss an seine Arbeit im Bellevue Islamwissenschaften studiert. Die Direktion führt mit den Freiwilligen im Vorfeld eingehende Telefongespräche, um mehr über die Motivation der Freiwilligen zu erfahren:

„Sie können hier nicht die Welt retten, vielmehr gibt es Regeln und Kontrolle. Das muss ihnen vorher klar sein.“

Mit den Freiwilligen hat das Rote Kreuz immer gute Erfahrungen gemacht. Alle jungen Menschen verrichten zunächst Basisarbeit. Dazu gehören der Rezeptionsdienst, die Alltagsbegleitung, die Aufsicht beim Mittagessen, die Vorbereitung der Zimmer und die Animation mit den Kindern. Neben der Basisarbeit bietet das Bellevue den Freiwilligen die Möglichkeit, eigene Projekte zu verwirklichen. Die 28-jährige Spanierin, die zurzeit im Bellevue ihren Freiwilligendienst absolviert, betreut 5 Minderjährige und 2 Erwachsene. Darüber hinaus organisiert sie Gesprächsgruppen für Frauen, die im Empfangszentrum derzeit deutlich in der Minderheit sind. Das Bellevue achtet als Aufnahmeeinrichtung auch darauf, dass die Freiwilligen sich außerhalb der Organisation wohl fühlen. Dazu trägt auch Jessica, die Mentorin der Freiwilligen, bei. Die Spanierin hat selbst als Freiwillige im Bellevue gearbeitet hat, bevor sie hauptberufliche Mitarbeiterin wurde. Für die Direktion ist es spannend zu sehen, „was die jungen Menschen erwartet haben, was sie vorfinden und wie sich das fügt“. Die Realität sei immer anders als erwartet, aber desillusioniert sei niemand, so Véronique Wetzelaer.

💡 Einfluss auf die Freiwilligen: Sebastian aus Dänemark hat nach seinem Freiwilligendienst Islamwissenschaften studiert.

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