„Frischer Wind überm Hohen Venn“ – Der EFD im Haus Ternell

Ingrid Rosenstain und Christine Kirschfink über den EFD im Haus Ternell

Das Haus Ternell hat im Zeitraum 2009-2011 drei Freiwillige aufgenommen: Jorge, ein Ingenieur aus Spanien, arbeitete ein ganzes Jahr, Jernej aus Slowenien ein halbes Jahr und Birgit aus Deutschland 10 Monate im Naturzentrum. Alle drei haben sich nach ihrem Studium direkt bei Ternell um einen Platz beworben. Jorge hatte Bauingenieurwesen, Jernej Forstwirtschaft und Birgit Biowissenschaften, Ökologie und Evolutionsbiologie studiert. Sie verstärkten im Haus Ternell den pädagogischen Dienst. Sie unterstützten das Team bei der Durchführung von Naturlagern, Kindergeburtstagen, geführten Wanderungen und Animationen für Schulklassen rund um die Themen Natur, Wald, Moor und Wasser. Außerdem führten sie mitunter selbstständig Wanderungen und konzipierten eigenständig umweltpädagogische Module.

Die Freiwilligen haben auch eigene Spielideen entwickelt und umgesetzt
vlnr Christine Kirschfink Mentorin Magali Noldus und Ingrid Rosenstein vom Paedagogischen Dienst

vlnr Christine Kirschfink Mentorin Magali Noldus und Ingrid Rosenstein vom Pädagogischen Dienst

„So haben wir von jedem Freiwilligen ein schönes ‚Andenken‘“, so Ingrid Rosenstein vom pädagogischen Dienst. Auch die Tutorin der Freiwilligen Christine Kirschfink betont, dass die neuen Impulse für Ternell ein Gewinn waren: „Beide Parteien profitieren ja von dieser Erfahrung.“ Ein gelungener Freiwilligendienst setze allerdings voraus, dass die Aufnahmeeinrichtung sich Gedanken über das Profil des Freiwilligen mache und eine sorgfältige Wahl treffe. So legt das Haus Ternell z.B. Wert darauf, dass die Freiwilligen genug Eigeninitiative aufweisen, da sie kreative Aufgaben erledigen, die über reine Routinearbeit hinausgehen und noch dazu von der Nachfrage abhängig sind. Eigeninitiative sei im ruhigen Eupen für die Freiwilligen auch wichtig, um soziale Kontakte zu knüpfen. Auch Sprachkenntnisse spielten bei der Auswahl der Freiwilligen eine Rolle, müssen sie sich doch in den Animationen für Schulklassen klar ausdrücken können.

Die Freiwilligen haben bei den Mitarbeitern im Haus Ternell bleibenden Eindruck hinterlassen

„Eine unserer Naturführerinnen, eine pensionierte Lehrerin, war so begeistert von Jorge, dass sie eines Tages ganz spontan sagte: ‚Du bist der richtige Mann zum Heiraten!‘ Er zuckte zusammen, weil er wohl nicht auf Anhieb verstanden hatte, dass dies nur ein Spaß und als Kompliment gedacht war.“ Auch an die Zeit mit Jernej denkt Ingrid Rosenstein gern zurück: „Zur gleichen Zeit wie der Slowene arbeitete auch ein aus Bosnien stammender Schüler aus Eupen bei uns. Sie sprachen Deutsch miteinander, obwohl sie eigentlich serbokroatisch hätten sprechen können, denn sie stammten ja beide aus dem ehemaligen Jugoslawien. Einer war Christ, der andere Moslem, Probleme hatten sie nie miteinander.“

Doch die schönste Erfahrung war für Ingrid Rosenstein „zu sehen, dass es junge Menschen gibt, die sich für die Zukunft interessieren und engagieren“.

Christine Kirschfink hat sich als Tutorin besonders darüber gefreut, dass die jungen Menschen so viele Bekanntschaften gemacht haben, viel mit anderen Freiwilligen unternommen und unser Land bereist haben. „Sie hatten einfach eine schöne Zeit.“

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