„Fabienne und die 7 Zwerge“ – Die Grundschule Hauset als Aufnahmeorganisation

Die ersten Schritte der Gemeindeschule Hauset im EFD – Kerstin Duyster und Bernd Radermacher

Die Grundschule Hauset fungiert dieses Jahr zum ersten Mal als Aufnahmeeinrichtung. Die Kindergärtnerin Kerstin Duyster wusste als Präsidentin des Verwaltungsrats des Jugendbüros, dass auch Schulen Freiwillige aufnehmen können. Zusammen mit ihrem Schulleiter Bernd Radermacher machte sie sich auf die Suche nach einem französischsprachigen Freiwilligen, der mit den Kindern fremdsprachliche Aktivitäten durchführen sollte. Überzeugt hat sie dann aber die Bewerbung einer jungen Österreicherin: „Fabiennes Motivationsschreiben war sehr ansprechend. Sie möchte später im Bereich Pädagogik arbeiten und uns war klar, dass wir sie vielfältig einsetzen konnten, z.B. im Sportunterricht oder bei den Waldaktivitäten.“ Fabienne arbeitet jede Woche in einer anderen Kindergartengruppe. Einen Nachmittag pro Woche darf sie selbst gestalten, das fördert insbesondere ihre Kreativität und Eigenständigkeit.

Ihr erklärtes Ziel, selbstständiger und aktiver zu werden, hat sie schon jetzt erreicht
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„Anfangs haben wir einen Rahmen vorgegeben, doch dann hat sie selbst Aktivitäten vorgeschlagen. Mittlerweile kann sie sogar Gruppen allein übernehmen“, so Bernd Radermacher. Der Schulleiter schätzt ihre Ernsthaftigkeit: „Sie denkt immer konstruktiv mit, bringt sich ein und liefert ordentlich ab.“ Auch Kerstin Duyster, die wöchentlich Auswertungs-gespräche mit Fabienne führt, ist stolz auf die junge Österreicherin: „Sie fühlt sich mittlerweile wohl und hat an Selbstvertrauen gewonnen. Sie bereitet jede Woche Aktivitäten passend zum Thema vor und betreut insbesondere neu ankommende Schüler in Einzelarbeit. Einige Kinder sind sehr auf sie fixiert.“ Der Schulleiter ist nicht nur erfreut über Fabiennes tatkräftige Unterstützung, sondern auch über ihre gelungene Integration: „Ich freue mich, wenn ich ihr zufällig in Eupen begegne, und bin froh zu sehen, dass sie immer überall dabei ist, sei es beim Erntedankzug oder als Römer beim Martinszug.“ Fabienne nimmt gern und häufig an hiesigen Festen und Traditionen teil. „Wir haben sie sogar als Karnevalspagin kostümiert“, erinnert sich Kerstin Duyster. „Es ist einfach schön zu sehen, dass jemand aus der Fremde kommt und sich hier so wohl fühlt. Fabienne betrachtet die DG mittlerweile als ihr zweites Zuhause.“

Als Schulleiter ist Bernd Radermacher von dem Konzept des Freiwilligendienstes überzeugt

„Es ist eine Möglichkeit für die Einrichtung, Profit zu ziehen. Bevor Fabienne kam, habe ich immer nur den Mehrwert des Freiwilligen gesehen, aber es ist ganz klar eine Bereicherung für alle Beteiligten: für die Kinder, für das Team. Es ist, so abgedroschen es klingen mag, eine Win-Win-Situation.“ Die erste Erfahrung mit dem Freiwilligendienst ist für die Gemeindeschule Hauset durchweg positiv. „Am Ende steht für mich die Erkenntnis, dass europäische Gelder hier sehr sinnvoll eingesetzt werden“, so der Schulleiter. „Anderen Einrichtungen kann ich nur raten: reinspringen und machen! Man sollte sich nicht zu sehr durch das Antragsverfahren einschüchtern lassen, sondern Schrittchen für Schrittchen vorgehen.“

Auch das Fazit von Kerstin Duyster fällt positiv aus: „Es ist schön, jemandem in der Entwicklung zu helfen und ihm die Möglichkeit zu geben, diese Erfahrung zu machen.“

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