Eine spannende Geschichte – Ein soziales Jahr in Belgien

Der Europäische Freiwilligendienst in der Grundschule Hauset – Fabienne, 19, aus Österreich

Wie alles begann

Ein 19-jähriges Mädchen aus Österreich steht kurz vor dem Schulabschluss und überlegt sich, wie ihr Leben nach der Schule aussehen soll. Da sie noch nicht sicher ist, wohin die Reise geht, beschließt sie ein soziales Jahr im Ausland zu absolvieren. So sucht sie über das Internet, in diversen Datenbanken, nach passenden Projekten und bewirbt sich in verschiedenen Länder Europas. Unter ihnen befindet sich auch die Gemeindeschule Hauset. Als dann von dort eine Zusage kommt, überlegt sie nicht lange und nimmt das Angebot an.

Bild 1 - Fabienne Atomium
Aller Anfang ist bekanntlich schwer

Neue Menschen, neue Umgebung, neue Aufgaben, neues Land, neues Zuhause ?!
Am 1.September 2015 beginnt dann für mich, Fabienne Alge, das Abenteuer. Alles ist neu und ungewohnt, aber die Neugier auf das was kommt, steigert die Spannung ins Unermessliche. Überraschend schnell habe ich das Land und die Leute lieben gelernt. Inzwischen ist bereits ein halbes Jahr vergangen und Ostbelgien ist zu meiner zweiten Heimat geworden.

Bild 2 - Bäckerei Kockartz

Ein Herz für Kinder – meine Arbeit im Kindergarten

Die Arbeit im Kindergarten Hauset macht mir sehr viel Freude. Schon der erste Eindruck war für mich überwältigend. Genau so stellt man sich als Kind seinen Traumkindergarten vor. Und ich habe das Glück, hier 10 Monate mit den Kindern und meinen KollegInnen arbeiten zu dürfen! Wir spielen, basteln, turnen, toben und haben viel Spaß miteinander! Jede Woche in einer anderen Kindergartengruppe mitzuarbeiten und ab und zu sie sogar alleine zu betreuen, ist das Größte für mich. Einen Nachmittag in der Woche darf ich mit den Kindern selber gestalten. Das war für mich anfangs, ohne jegliche Erfahrung, eine große Herausforderung. Das gibt mir aber die Möglichkeit, jedes einzelne Kind im Kindergarten kennenlernen, was ich unglaublich schön finde. Die Kleinen sind mir schon sooooo ans Herz gewachsen! Nicht nur bei den täglichen Aktivitäten, sondern auch beim Turnen, am Waldtag oder bei Ausflügen, wie letztens in die Bäckerei Kockartz, darf ich meine KollegInnen unterstützen. Es ist spannend wie unterschiedlich die kleinen Persönlichkeiten schon sind. Dadurch ist kein Tag wie der andere und es gibt immer wieder Situationen, in denen die Kinder mir ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Sie schaffen es natürlich manchmal aber auch meine Nerven ganz schön zu strapazieren. Auf jeden Fall liebe ich es, mich auf die Kinder einzulassen um mich mit ihnen zu beschäftigen. Selbst von so kleinen Geschöpfen kann ich bzw. man noch viel lernen!

 

KulturBild 3 - St. Martin und Leben

Aber es ist ja nicht nur die Arbeit, die für mich vollkommen neu ist, eigentlich wird das ganze Leben auf den Kopf gestellt. Jetzt heißt es Hotel Mama ist vorbei und der Alltag muss selbst organisiert werden. Wäsche waschen, einkaufen, Essen zubereiten, Umgebung erkunden – das alles muss in der Freizeit untergebracht werden. Da ist es nur logisch, dass ich mich auch auf die Wochenenden freue! Wenn kein besonderes Event in meinem neuen Heimatort Eupen stattfindet, wird man mich kaum zu Hause antreffen. Dann hält mich nichts mehr und ich mache mich auf den Weg, Belgiens schönste Plätze zu erkunden und zu bereisen. Denn man darf nicht vergessen, dafür bleiben mir nur 10 Monate ;). Aber seid stolz auf mich, bis zum heutigen Tag kenne ich Belgien bereits besser als mein Heimatland. Und es gibt einige Städte bzw. besondere Flecken hier, in die ich mich sofort verliebt habe!

 

„Für mich ist dieses Freiwilligen Jahr etwas ganz Besonderes. Ich habe unglaublich viel Schönes in dieser Zeit erlebt, sowohl positive als auch negative Erfahrungen für mein zukünftiges Leben sammeln dürfen und vor allem die Erkenntnis gewonnen, das mir das Arbeiten mit Kindern wahnsinnig viel Freude bereitet. Noch vier Monate liegen vor mir und ich darf gar nicht an den Abschied denken, da ich weiß, dass dieser der schwerste Teil meines EFDs sein wird. Ich werde die Gemeindeschule Hauset mit samt ihren Kindern und meinen KollegInnen sehr vermissen, auch wenn ich mir sicher bin, dass ich immer wieder auf einen Besuch in meine zweite Heimat zurückkehren werde. Ich kann nur jedem empfehlen sein gewohntes Leben einmal auf den Kopf zu stellen und etwas Neues zu wagen!“

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