„Ein bisschen Welt reinholen“ ins Königin Fabiola Haus mit dem EFD

Königin Fabiola Haus – Robert Wiesemes

Das KFH gehört zu den Einrichtungen, die von Anfang an jungen Menschen die Türen für ihren europäischen Freiwilligendienst geöffnet haben. In den letzten 20 Jahren haben Freiwillige aus zahlreichen Ländern – darunter Norwegen, Italien, Frankreich, Spanien, die Türkei, Dänemark, Armenien, Litauen, Deutschland und Österreich – die Bewohner des KFH betreut. Manchmal waren sogar zwei Freiwillige gleichzeitig im KFH im Einsatz. Die Freiwilligen wohnen in einem Haus, das das KFH in der Hufengasse angemietet hat und wo auch die Außenwohngruppe des KFH untergebracht ist. Zu den Aufgaben der Freiwilligen gehört in erster Linie die Betreuung der Bewohner. Mit den Betreuern gestalten sie das alltägliche Wohnen und schaffen eine Wohlfühlatmosphäre für die Bewohner. Dazu gehören alltägliche Arbeiten wie Wäsche, Tischdecken, Einkaufen, aber auch die Mitwirkung an Freizeitangeboten wie Spaziergängen, Ausflügen und Ferienfahrten.

Robert Wiesemes, der Direktor des KFH, war schon früh vom Mehrwert des EFD überzeugt

Obwohl seine Einrichtung meist Robert Wiesemes 3nicht die erste Wahl der Freiwilligen war (weder Belgien noch die Arbeit mit Menschen mit einer Behinderung stehen bei den jungen Menschen hoch im Kurs), konnten über die Datenbank oder Entsendeorganisationen im Ausland immer junge Menschen gefunden werden, die im KFH ihren Freiwilligendienst absolvieren wollten. Es sei erfreulich zu sehen, dass sich die Freiwilligen schnell einleben. „Jugendliche mit egal welchem Hintergrund finden ihren Platz in der Einrichtung, wenn man sich auf sie einlässt“, so Wiesemes. Tatsächlich werden im KFH die Freiwilligen so genommen, wie sie sind. So hat in der Vergangenheit eine kleinwüchsige Freiwillige im KFH gearbeitet und demnächst wird erstmals ein Freiwilliger mit einer geistigen Behinderung das Team des KFH verstärken.

Alle Freiwilligen werden von einer Mentorin begleitet, die als Ansprechpartnerin fungiert und ihnen hilft, sich in Eupen zurechtzufinden

Für Robert Wiesemes ist das Schönste am EFD, den Reifeprozess der jungen Menschen mitzuerleben, denen durch den Freiwilligendienst die eigenen Wünsche und Ziele bewusst werden. Bei einigen ist aus der Betreuung der Bewohner ein Berufswunsch wie Krankenpfleger entstanden. Zwei junge Menschen haben nach ihrem Freiwilligendienst sogar eine Zeit lang als Mitarbeiter im KFH gearbeitet. Durch die Arbeit mit den Behinderten müssen sich die Freiwilligen viele Fragen stellen, sich selbst infrage stellen und die Bedürfnisse der Bewohner und des Personals erfassen. „Daran reifen die Freiwilligen.“ Laut Wiesemes profitiert aber nicht nur der Freiwillige, vielmehr sei es eine Win-Win-Situation, da die Jugendlichen auch einen Mehrwert für die Aufnahmeeinrichtung darstellen. So wirke sich die Arbeit der Freiwilligen im KFH positiv auf die Lebensqualität der Bewohner aus, die merklich entspannter seien, und trage damit grundsätzlich zur Arbeitserleichterung der Mitarbeiter bei. Er würde jeder Einrichtung raten, sofort einen Freiwilligen aufzunehmen.
Da die Bewohner starke Behinderungen haben, ist es für sie oft nicht leicht, einen Platz in der Gesellschaft zu finden.

Durch die Freiwilligen aus unterschiedlichen Ländern könne das KFH „ein bisschen Welt reinholen“, so Robert Wiesemes.

evs-20years_de JUGEND_icon EU flag-Erasmus+_vect_POS