Inklusion & Diversität

Warum Inklusion?

Inklusion und Diversität sind momentan besonders aktuell. Den Lauf der Geschichte betrachtend haben diese Themen jedoch niemals an Aktualität eingebüßt und lassen sich bis zu den Anfängen der Menschheit zurückverfolgen. Doch was bedeutet eigentlich Inklusion heutzutage? Es gibt auf Ebene der Deutschsprachigen Gemeinschaft und auf europäischer Ebene verschiedene Begrifflichkeiten.

Auf europäischer Ebene ist damit die Inklusion aller Menschen und Gruppen gemeint, die vom Risiko sozialer Ausgrenzung betroffen sind. In der DG wird hingegen häufig ein Unterschied zwischen der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund und der Inklusion von Menschen mit einer Behinderung gemacht. Der Unterschied liegt hier u. a. in der Zielgruppe. In dieser Ausgabe des Pickers werden sowohl „Integration von Menschen mit Migrationshintergrund“ als auch „Inklusion von Menschen mit einer Behinderung“ entweder ausgeschrieben oder gemeinsam unter dem Begriff Inklusion zusammengefasst. Wird Integration ohne Zusatz verwendet, ist der Vorläufer des Inklusionskonzepts gemeint.

Inklusion

www.inklusion-olpe.de, URL: http://www.inklusion-olpe.de/inklusion/inklu-was/. (Stand: 03.05.2016)

Inklusion fördert eine ideale Gesellschaft, in der jeder Mensch die Möglichkeit hat, sein Potenzial zu entfalten, und zwar seinen eigenen Bedingungen entsprechend. Inklusion wertet Verschiedensein als Normalzustand und sieht in der Verschiedenheit und Vielfalt eher eine Chance als ein Hindernis – Potenzial statt Nachteil. Nach dem Motto „der Weg ist das Ziel“ werden allerdings auch die Entwicklung dorthin sowie Ansätze als inklusiv bezeichnet. Das bedeutet, dass Inklusion gleichsam Ziel und Methode darstellt. Spätestens seit der Verabschiedung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen 2008 ist sie jedoch darüber hinaus ein politisches Konzept. Die UN-Konvention spricht vielleicht aus, was mancherorts bereits gelebt und gedacht wird, und sie ist sicherlich eine logische Konsequenz aller vorherigen Übereinkommen gegen Diskriminierung. Es ist in jedem Fall wichtig, Inklusion zu politisieren und als Grundrecht zu erklären, um der gesellschaftlichen Entwicklung einen zusätzlichen Anschub zu geben. Es ist eine Ermutigung, mit den Randgruppen von heute anders umzugehen. Denn der Umgang mit Vielfalt muss nicht auf Konfrontation hinauslaufen, sondern sollte Einigkeit fördern. Das europäische Motto „In Vielfalt geeint“ kann dabei von der Staatsebene auf den Mikrokosmos von Einrichtungen und sozialen Gruppen herunter gebrochen werden. Dazu müssen auf allen Ebenen die richtigen Schritte umgesetzt werden.

Um Inklusion aus verschiedenen Gesichtspunkten zu beleuchten, hat das Jugendbüro mit drei Personen gesprochen, die sich in ihrer Arbeit direkt mit dem Thema befassen. So konnten wir einen wertvollen Einblick in ihre Arbeit erhalten und ihre jeweilige Sichtweise zu den aktuellen Entwicklungen im Bereich Inklusion nachvollziehen. Die Interviews finden Sie weiter unten auf der Seite.

Die europäische Politik verfolgt ebenfalls das Ziel Inklusion und nutzt dazu verschiedene Instrumente, wie beispielsweise Erasmus+. Im Jugendbereich des Programms wurde 2014 auf Ebene der Europäischen Union eine Strategie zu Inklusion und Diversität formuliert. Es wird so explizit der Bezug auf die Möglichkeiten des Jugendsektors genommen. Das Vorgängerprogramm „Jugend in Aktion“ (JiA) hat im Jugendbereich bereits maßgeblich zur Unterstützung von Inklusionsprojekten beigetragen. Für Erasmus+ sollte daher auf den Fortschritten der Inklusionsstrategie von JiA aufgebaut werden, aber deren Schwachstellen berücksichtigen.
Die Formulierung dieser Strategie lässt vermuten, dass vor allem der Jugendbereich als Instrument für die Förderung von Inklusion gesehen wird. Doch auch Bildungseinrichtungen sind besonders wichtig für Inklusion, da sie nicht nur der Wissensvermittlung dienen, sondern Orte der Begegnung und der Wertevermittlung sind. So leistet der Bildungsbereich auch einen erheblichen Beitrag.

 💡 Das Jugendbüro hat den Vorteil als Nationale Agentur Erasmus+ Brücken zwischen Jugend und Bildung schlagen zu können. Das ermöglicht einen ganzheitlichen Ansatz in verschiedenen Teilbereichen von Inklusion. Denn Verknüpfungen zwischen den Bereichen sind erwünscht und sollen gefördert werden. Die Arbeit des Jugendbüros geht jedoch über die verschiedenen Förderprogramme hinaus. Die Offene und die Mobile Jugendarbeit ermöglichen in puncto Inklusion die direkte Anwendung des Konzepts auf dem Terrain. Als Dienstleister im Jugendbereich versucht das Jugendbüro auf aktuelle Bedarfe einzugehen, um inklusive Arbeit zu ermöglichen und zu unterstützen.

Quellen
Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen, Bonn, 2008. (Hrsg.: Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Referat Information, Publikation, Redaktion)
Erasmus+ Inclusion and Diversity Strategy – in the field of Youth, Brüssel, 2014. (Europäische Kommission – Generaldirektion Bildung und Kultur)
HERMES (Gisela), Von der Segregation über die Integration zur Inklusion, 2006, in: www.zedis-ev-hochschule-hh.de, URL: http://www.zedis-ev-hochschule-hh.de/downloads/index.html. (Stand: 03.05.2016)
Soziale Inklusion, in: http://ec.europa.eu, URL: http://ec.europa.eu/youth/policy/youth_strategy/social_incl_de.htm. (Stand: 03.05.2016)
Bild zu Inklusion www.inklusion-olpe.de, URL: http://www.inklusion-olpe.de/inklusion/inklu-was/. (Stand: 03.05.2016)