RSI produziert Münzpresse in Zusammenarbeit mit Deutschland, Ungarn, Polen und der Türkei

Unter dem Titel „Die Jugend prägt Europa – Fertigung einer Münzpresse zum Prägen einer Europamünze“ gründete das RSI im Jahr 2014 eine strategische Partnerschaft mit Schulen aus Deutschland, Ungarn, Polen und der Türkei. Das im Rahmen dieser Partnerschaft laufende Projekt läuft im September 2016 aus. Inzwischen haben viele grenzüberschreitende Projekttreffen stattgefunden und Schüler, wie auch Lehrer sind schon um einige Erfahrungen reicher geworden.

Das Ziel der Partnerschaft besteht darin, Unterschiede in kultureller, gesellschaftlicher Hinsicht und in der Struktur der Bildungsabläufe einschließlich in der Ausrüstung der Schulen durch Zusammenarbeit in Augenhöhe auszugleichen, so dass ein gemeinsames Bildungslevel erreicht wird. Der Ausgleich soll durch Synergien in der internationalen Fachsprache sowie in der Nutzung der modernen Kommunikationstechniken (eTwinning, Skype, Facebook) erleichtert werden. Hier finden sich die Partner schnell wieder und diese Synergien sind das Tor zum Lösen von potentiellen Konflikten. Die primäre Zielsetzung ist die Schaffung einer transnationalen europäischen Arbeits- und Erlebnisgemeinschaft, die von gegenseitiger Verantwortung getragen wird. Jeder einzelne Teilnehmer ist ein Teil des Ganzen. Das selbständige Arbeiten in einem offenen, fächerübergreifenden Bildungsraum wird von den Teilnehmern gefordert. Die Fächer fachpraktische Ausbildung, Technisches Zeichen, Technologie, Physik, Chemie, Mathematik und Wirtschaft werden eingesetzt. Sozialkunde, bzw. Geschichte unterstützen die Einführung in die Gastländer.

Vor dem Hintergrund dieser Zielsetzung haben die Schüler der beteiligten Schulen Münzpressen entworfen, geplant und gebaut und damit Europamünzen geprägt, im Rahmen von kulturellen Aktivitäten auch die jeweiligen Partnerländer kennen gelernt und vor allem viele Kompetenzen erworben:

Die Schüler dieser Abteilung haben am RSI normalerweise keinen Fremdsprachenunterricht. Deshalb bot das Projekt für sie eine einzigartige Gelegenheit mit gleich mehreren Fremdsprachen (Englisch, Ungarisch, Polnisch und Türkisch) in Berührung zu kommen“, so der Leiter des Projektes und Werkstattleiter am RSI, Guido Theissen. Zur Erweiterung der Fremdsprachenkompetenzen wurde bei jedem Treffen ein Workshop zur Sprache des Gastgeberlandes abgehalten (in Belgien wurde dazu die französische Sprache gewählt). Nicht zuletzt wurde, um die Sprachkompetenz zu erweitern, ein Fachwörterbuch, bezugnehmend zum Projekt, in Deutsch, Französisch, Polnisch, Türkisch und Ungarisch erstellt.

Durch Besichtigen vor Ort und die Berührung mit anderen Mentalitäten wurden außerdem die (inter)kulturellen Kompetenzen der Schüler gestärkt. Zusätzlich haben die Schüler aber auch ihre fachlichen Kompetenzen gestärkt: Durch den Bau der Presse und den dazugehörigen Lehr- und Lernmodulen konnten die Schüler vor allem durch Peer-Learning technische Kenntnisse vertiefen. Nicht zuletzt haben die Schüler soziale Kompetenzen wie Verantwortung erworben.

Auch für die beteiligten Lehrer des Projektes und somit dem gesamten Robert-Schuman-Institut war das Projekt bisher äußerst bereichernd. So konnten sie sich beispielsweise bei den ausländischen Kollegen neue Ideen für Lehr- und Lernmethoden abschauen und das deutsche duale Ausbildungssystem unter die Lupe nehmen. Dazu hat sogar ein Austausch mit dem Bildungsminister der Deutschsprachigen Gemeinschaft, Harald Mollers stattgefunden…

… ein rundum prägendes Projekt eben!