Lehrermobilität am ZFP

16 Lehrer aus den vier Niederlassungen des ZFP nahmen an Studienreisen zu Heterogenität und Inklusion teil. In Schweden, Finnland und Südtirol besuchten sie Schulen, hospitiert dort, tauschten sich mit den Lehrern vor Ort aus und bildeten sich in Vorlesungen weiter.

Der Austausch entstand nachdem zahlreiche Lehrer aus dem ZFP den Wunsch äußerten sich mehr Kompetenzen und Wissen anzueignen über Individualisierung des Unterrichts, Öffnung des Unterrichts, selbstgesteuertes Lernen und auf die Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologie im Unterricht. Die Lehrer verfügen bereits über jahrelange Erfahrung bei der Differenzierung ihres Lernangebots. Neu innerhalb des ZFP war jedoch das Bedürfnis die Vorteile von Teamarbeit für den Unterricht und von selbstgesteuertem Lernen für die Schüler zu nutzen. Da die Bedürfnisse der Schüler des ZFP teilweise sehr spezifisch sind und das ZFP nur über wenige Modelle vor Ort verfügen, waren die Lehrer des ZFPs gezwungen sich dort Unterrichtsstrukturen anzuschauen, wo sie für den Schüler erfolgreich praktiziert werden.

Zur Wahl des Erasmus+ Programms als Möglichkeit für Auslandshospitationen, sagt die Schulleiterin Françoise Backes:

„Wir haben uns für das Erasmus+ Programm entschieden, da es viele Möglichkeiten bietet unseren Lehrern Weiterbildungen und Austausche zu ermöglichen. Für uns stand auch fest, dass wir uns an die Länder orientieren wollten, die im internationalen Kontext gute Pisa-Ergebnisse erzielen, die sich für mehr Individualisierung entschieden haben und sich um Integration bemühen, die intensiv die Vorteile der IKT nutzen und die bereits über mehrjährige Erfahrung verfügen. Ein einwöchiger Aufenthalt in Schweden, Finnland und Italien öffnet zudem den Blick auf eine andere Arbeits- und Lernkultur. Die Ausarbeitung eines Projektes erfordert Zeit bei der Auseinandersetzung mit den Inhalten und der Formulierung von präzisen Zielen. Außerdem braucht man einen langen Atem um ein europäisches Projekt anzufragen. Anna Stuers vom Jugendbüro hat uns dabei tatkräftig unterstützt.“

Die Studienreisen lieferten zahlreiche Anregungen in den Bereichen Individualisierung des Unterrichts und selbstgesteuertes Lernen. Der Leiterin des ZFP St. Vith, Françoise Backes, freut sich über die positiven Ergebnisse:

„Austausch und Reflexion über den eigenen Unterricht und die eigene Rolle sind selbstverständlich geworden. Die Lehrer kommen begeistert zurück und berichten ihren Kollegen von ihren Erfahrungen. Nämlich: Integration ist möglich, Individualisierung und Differenzierung sind praktikabel, Noten schaffen keine bessere Leistung, Hausaufgaben und Druck fördern nicht die Strebsamkeit, die Aufnahme von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf in den Regelklassen senkt nicht das Niveau der Klasse, selbstgesteuertes Lernen führt nicht zu Faulenzerei, Vertrauen in die Jugendlichen schafft Eigenständigkeit …“

Nach schwedischem Modell hat Backes zur Förderung der Teamarbeit bewirkt, dass die Lehrer mehr unterrichtsfreie Zeit in der Schule verbringen: „Die Lehrer, denen wir begegneten, waren glücklich und ausgeglichen in ihrem Beruf, obwohl sie mindestens 35 Stunden in der Schule arbeiten.“ Die Lehrer in St. Vith stellten bereits fest, dass sich die Veränderung nicht nur positiv auf ihre Arbeit, sondern auch auf die Atmosphäre auswirkt. Am ZFP sei die Zeit reif für eine weitere Schul- und Unterrichtsentwicklung. „Mit der Begeisterung der Lehrer ist es zu schaffen“, so Backes.

Weitere Infos zu den Ergebnissen der Studienreise gibt es in folgendem Grenz-Echo Artikel von Nathalie Wimmer vom 20.12.2014: 20141220_GE_ZFP_Acht Schritte zur Schulrevolution