Jugendbegegnung in Flandern zum Thema Krieg und Frieden

Im vergangenen Herbst stand die Umsetzung einer innerbelgischen Jugendbegegnung zum Thema Krieg und Frieden im Rahmen des BEL‘J Förderprogramms an

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Bereits im Februar 2014 fand ein erstes Vorbereitungstreffen mit den Verantwortlichen der Partnerorganisation in Flandern, dem Verein «Jugend, Kultur und Wissenschaft» in Brüssel statt. Im Mai wurden die Vorbereitungen fortgesetzt. Geplant wurde eine Austausch- und Erfahrungsprojekt zum Thema des ersten Weltkrieges.  Im Vordergrund sollte die Begegnung mit den Jugendlichen aus Flandern und eventuell auch aus Wallonien stehen, verbunden mit Besuchen in flämischen Freilichtmuseen und  Schauplätzen des ersten Weltkrieges.

Der Frieden in Europa ist nicht vom himmel gefallen

Bel´J Jugendaustausch Kelmis, Amel, Sankt VithDie Auseinandersetzung mit dem Thema sollte das Bewusstsein für die Grausamkeit und den Irrsinn des Krieges fördern, um in einer weiteren Reflexion den Bogen vom Krieg zum Frieden zu spannen, und den Jugendlichen vor Augen zu führen, dass der Frieden hier bei uns in Europa nicht einfach vom Himmel gefallen ist, sondern eine politische Konsequenz aus den Lehren darstellt, die die Menschen damals aus den Grausamkeiten des Krieges gezogen haben. Eine immense Errungenschaft die immer wieder bedroht werden kann und täglich neu erarbeitet werden muss.

Das Miteinander fördern

Die weiter gedachten Ziele des zwischengemeinschaftlichen Projektes sollten die Förderung der innerbelgischen und internationalen Verständigung, der Friedenssicherung, der Demokratie und sowie auch der europäischen Identität sein. Nicht zuletzt trägt ein solches Projekt dazu bei, soziale Kompetenzen, ein positives Miteinander in der Gruppe und Verantwortungsbewusstsein zu fördern sowie den kulturellen Horizont der Teilnehmer(innen) zu erweitern.
Im Vorfeld hatten die Jugendarbeiter(innen) mehrere Schulklassen in Sankt Vith und Kelmis besucht, um das Interesse der  Jugendlichen an diesem Projekt zu wecken. Ein besonderes Augenmerk wurde hierbei auf Jugendliche mit Interesse an niederländischer und englischer Sprache, an Geschichte, Gesellschaft und Politik gerichtet.

Jugendaustausch mit Jugendlcihen aus Flandern und der DG

Bel´J Jugendaustuasch Klemis, Amel, Sankt Vith 4In den Allerheiligenferien, vom 27. Bis 30. Oktober 2014 fand nun die Jugendbegegnung in Flämisch Brabant und in Westflandern statt. Die Teilnehmer(innen) kamen aus der DG und aus verschiedenen Provinzen Flanderns. Aus der DG nahmen Mädchen und Jungen im Alter von 15 bis 19 Jahren aus den Gemeinden Amel und Sankt Vith daran teil. Aus der Gemeinde Kelmis hatten sich leider keine Jugendlichen bereitgefunden, beim Projekt mitzumachen, obwohl wir bei der Präsentation in der Sekundarschule in Kelmis auf positive Resonanz gestoßen waren. Letztendlich haben aber auch in der Eifel keine Jugendlichen am Projekt teilgenommen, die im Unterricht für eine Teilnahme am Projekt sensibilisiert wurden, sondern ausschließlich Jugendliche aus den verschiedenen Jugendtreffs.

Das Programm

In der Nähe der Stadt Löwen waren die Teilnehmer(innen) in einer als Jugendherberge hergerichteten alten Villa beherbergt. Das alte Gebäude hatte einen besonderen Charme, und vermittelte den Gästen ein wenig den architektonischen Flair zur die Zeit des ersten Weltkrieges. Täglich morgens in der Frühe, fuhren die Jugendlichen im Zug oder im Bus nach Westflandern zu den verschiedenen Gedenkstätten und Museen in Poperinge, Ieper, Veurne, Diksmuide und anderen Orten mehr.
Die Art und Weise der thematischen Vermittlung durch die freiwilligen Mitarbeiter der Friedens- und Kriegsmuseen in Westflandern kamen bei den Jugendlichen sehr positiv rüber. Sie vermittelten das Thema sehr lebendig und anschaulich und das Verhältnis zwischen Botschafter und Botschaft wirkte sehr authentisch. Ein wenig zu kurz kam vielleicht der medizinische Aspekt des Krieges, um seine Grausamkeit und seinen Irrsinn noch besser zu unterstreichen.
Am dritten Tag, hatten die Jugendlichen die Animatorin eines Vereins zur Förderung des Europagedankens aus Damme zu Gast, welche gezielt den Bogen vom Krieg hin zum Frieden zog und in einem Workshop die Gründungsgedanken und die Entstehungsgeschichte der Europäischen Union im Kontext der beiden großen Kriege nachzeichnete und vermittelte.

💡  Barbara Vervoort, Isabelle Schmetz  und André Dôme, Jugendarbeiter(innen) in Amel, Sankt Vith und Kelmis, sind sich sicher dass die Jugendlichen eine positive und nachhaltige Erfahrung zum Thema Krieg und Frieden mit nach Hause genommen haben. Nicht zuletzt auch deshalb, weil das Zusammenleben der Jugendlichen während der Projektwoche auch zu kleineren Konflikten unter den Jugendlichen geführt hatte, welche eine hautnahe Auseinandersetzung zum Thema Konflikte lösen zur Folge hatte.

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