Fachkräfteaustausch zwischen Jugendarbeitern aus der DG und dem Kreis Steinfurt

„Jugendliche aus der Reserve locken – eine grenzüberschreitende Herausforderung!“

Jugendarbeit soll junge Menschen begleiten und fördern. Doch wie sieht das in der alltäglichen Arbeit der Jugendarbeiter aus? Jugendarbeiter und Sozialpädagogen aus der Deutschsprachigen Gemeinschaft und dem Kreis Steinfurt wollten es genauer wissen.
Am 30. März trafen die Jugendarbeiter aus Deutschland für vier Tage im Kloster Montenau ein, wo sie von belgischen Jugendarbeitern und Schulsozialpädagogen erwartet wurden.

FachkräfteaustauschMit einem Anti-Gewalt-Training stiegen die Teilnehmer dann schnell in fachliche Diskussionen ein. Holger Hegekötter, Leiter des Bremer Institutes für Pädagogik und Psychologie, leitete während zwei Tagen dieses Modul. Er beschäftigte die Jugendarbeiter und Sozialpädagogen mit Fragen wie: „Was ist Gewalt, wo beginnt sie und wie können wir damit umgehen?“
Hier kristallisierten sich Regeln heraus, die auch André Dôme, Jugendarbeiter der Gemeinde Kelmis und Initiator des Treffens in Montenau, für seine tägliche Arbeit mitnimmt: „Die eigene Körpersprache und die des Gegenübers verstehen und konsequentes Handeln ist im Umgang mit gewaltbereiten Jugendlichen wichtig. Der Ankündigung einer Handlung sollte auch stets die Ausführung folgen.“ Durch die ständigen themenbezogenen Gespräche und Vergleiche war das Modul gleichzeitig ein Erfahrungsaustausch unter den Fachkräften.

Wie kann Jugendarbeit Talente fördern?

Dieser Austausch wurde im Eupener Jugendtreff X-Dream durch die Diskussion der Jugendarbeiter über das Thema Ehrenamt fortgeführt. Marie-Claire Hellmann und Tom Rosenstein berichteten mit vielen konkreten Beispielen über die Begleitung und Ausbildung von Jugendlichen. Die Herausforderung ist überall die gleiche: „Wie kann ich Jugendliche und ihre Talente so fördern, dass sie sich engagieren möchten? Müssen die Erwartungen an die jungen Menschen und die Ausbildung der Ehrenamtlichen angepasst werden? Wie können Hürden konkret verringert werden?“

Zum Ende des Fachkräftetreffens wurde den Kollegen aus Deutschland die Struktur der Offenen Jugendarbeit in der DG vorgestellt und über die Rolle der Jugendarbeit bei der Vorbereitung junger Menschen auf die Arbeitswelt diskutiert. Vor dem Hintergrund, dass die sozialen und persönlichen Kompetenzen immer wichtiger werden, kann Jugendarbeit neben der schulischen Bildung eine wichtige Stütze für Jugendliche sein.

Langfristige Zusammenarbeit geplant

Aus den vielfältigen Gesprächen soll sich eine langfristige Zusammenarbeit entwickeln. André Dôme fasst die Zielsetzung einer Partnerschaft wie folgt zusammen: „Wir möchten unsere Arbeit, auch vor den politischen Entscheidungsträgern, besser zur Geltung bringen und den Schwerpunkt unserer Arbeit mit jungen Menschen auf eine nachhaltige Entwicklung lenken“.

Die Fachkräftekonferenz fand mit Unterstützung des europäischen Programmes Erasmus+ statt, das unter anderem den Austausch in der Jugendarbeit fördert.