Europäischer Freiwilligendienst im ZFP

Der Europäische Freiwilligendienst (EFD) bietet Jugendlichen zwischen 17 und 30 Jahren die Möglichkeit an einem gemeinnützigen Projekt im Ausland mitzuwirken und dort zu leben. Die perfekte Gelegenheit ein fremdes Land, eine andere Kultur und andere Leute kennenzulernen. Darüber hinaus verbessert man seine Sprachenkenntnisse und findet vielleicht seine persönliche wie berufliche Orientierung. 2016 wird der EFD 20 Jahre alt und das wird europaweit gefeiert. Mehr dazu in der nächsten Pickerausgabe.

Auch in der DG gibt es „EFD’ler“. Im Zentrum für Förderpädagogik Eupen und St. Vith absolvieren zurzeit zwei junge Österreicherinnen ihren europäischen Freiwilligendienst. Das ZFP nimmt zum ersten Mal Freiwillige auf.

 

EFD_Françoise Stoffels_Backes - KopieFrançoise Stoffels-Backes, Schulleiterin des ZFPs, berichtet über die Bedeutung eines solchen Antrages für ihre Schule:

„Seitdem ich von dieser Möglichkeit gehört hatte, war ich von der Idee begeistert, Jugendlichen vor oder nach ihrem Studium eine Möglichkeit zu bieten, wichtige Erfahrungen zu sammeln. Spannend war die Erstellung des Antrags auch deshalb, weil wir dazu unsere Ziele, die Aufgaben und die zu erwerbenden Kompetenzen formulieren mussten, ohne die Interessen und Fähigkeiten des Freiwilligen zu kennen.“

Zur Freiwilligen Hannah Islitzer sagt sie:

„Mit Hannah haben wir riesiges Glück! Sie arbeitet in einem Team zusammen mit zwei Kindergärtnerinnen, zwei Logopäden, einer Kinderpflegerin und einer Kinesitherapeutin. Nach der ersten Kontaktaufnahme musste zu Beginn des Projektes zuerst der Rahmen abgesteckt werden für die zu übernehmenden Aufgaben. Ihre Hauptaufgabe besteht nun in der Betreuung von kleinen Schülern mit sehr starker Beeinträchtigung. Insbesondere begleitet sie ein kleines Mädchen auf ihrem Weg zum Kindergarten der Städtischen Volksschule. Dort unterstützt sie sie bei integrativen Lernprozessen. Von ihr wird viel Anpassung, Geduld, Achtsamkeit, Diskretion, vorausschauendes Planen und Flexibilität verlangt. Den Kollegen wurde der Hintergrund dieses Projekts und unsere Verantwortung erklärt: Es geht nicht darum eine billige, zusätzliche Arbeitskraft zu haben, sondern darum, dass der Freiwillige das Recht erhält auf Ausbildung, Erfahrung und Zusammengehörigkeit. Das beinhaltet neben der Arbeitsstelle auch die Unterbringung in einer Familie, die auf die spezifischen Bedürfnisse eines Jugendlichen während eines Zeitraums von 6 bis 10 Monaten eingehen kann.“

Das ZFP möchte auch in Zukunft weiter am europäischen Freiwilligendienst mitwirken;

„Dieses Projekt möchten wir sehr gerne mit anderen Jugendlichen wiederholen, da wir in vielerlei Hinsicht profitiert haben. Unser System Schule hat neben den menschlichen Gewinnen mit Hannah, die ständig Freundlichkeit, Ruhe und Zufriedenheit ausstrahlt, dabei mit österreichischer Nonchalence rüberkommt, eine professionelle Lerngemeinschaft gegründet, bei der alle Teammitglieder voneinander lernen können.“

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Auch bei der Freiwillen Hannah Islitzer hat der EFD einen guten Eindruck hinterlassen:

„Um nach dem Schulabschluss Erfahrungen in verschiedenen Bereichen zu sammeln, schien mir die Idee, einen Freiwilligendienst zu absolvieren als die ideale. In meiner bisher kurzen Zeit im Zentrum für Förderpädagogik St. Vith habe ich sofort erkannt, das diese Entscheidung die richtige war. In meiner Position als Freiwillige habe ich Einblicke in den vielseitigen Beruf eines Förderschullehrers und den Herausforderungen, denen man Tag für Tag begegnet und an die mit Enthusiasmus und Einfühlungsvermögen herangegangen wird. Beeindruckt bin vor allem über die verschiedenen Arten, wie der Unterricht gestaltet wird. Alles zielt auf eine optimale Förderung eines jeden Schülers individuell ab und die kreativen Ideen der Kollegen erweitern den eigenen Horizont um ein vielfaches und regen wirklich zum nachdenken an. Meine Aufgabe besteht insbesondere darin, in der Gruppe der 5 kleinsten Schülern mitzuhelfen und dabei Erfahrungen zu sammeln, was definitiv bezüglich dem Umgang mit beeinträchtigten oder sozial schwächeren Menschen tagtäglich ermöglicht wird. Mein Fazit zu diesem Zeitpunkt ist, dass die Einblicke, die ein EFD ermöglicht, wirklich einzigartig sind und ich dabei viel für meine Zukunft mitnehmen kann.„