Europäischer Freiwilligendienst im Asylbewerberzentrum Belle-Vue

FreiwillgendienstJessicaRivoira2Jessica Rivoira ist 25 Jahre alt und absolviert einen einjährigen Freiwilligendienst im Asylbewerberzentrum Belle-Vue in Eupen.

Unsere Praktikantin Vanessa hat im April ein Interview mit ihr geführt, um Einblick in ihre Arbeit als Freiwillige geben zu können und auch das Empfangszentrum Belle Vue als Aufnahmeorganisation vorzustellen.

💡 Auch das kann der EFD bewirken – Jessica arbeitet nun im Belle-Vue und hat hier unter anderem die Betreuung der Freiwilligen übernommen! So schließt sich der Kreis! Und es zeigt, dass ein Freiwilligendienst mehr ist als freie Zeit im Ausland!


Auch GEneration berichtete über Jessicas Erfahrungen, den Artikel findet ihr hier (20151124_GE__E+_EVSb) und in unserem Pressebereich.

Hast du dich gut in Belgien eingelebt?

Dank der netten Kollegen habe ich keinerlei Probleme gehabt und konnte mich schnell integrieren. Bereits nach kurzer Zeit habe ich durch sie viele neue Freunde gefunden.

Wie verläuft ein normaler Arbeitstag für dich?

Einen „normalen“ Arbeitsalltag gibt es nicht. Da jeden Tag andere Aufgaben anfallen, gestaltet sich meine Arbeit recht vielfältig. Meistens arbeite ich einen halben Tag an der Rezeption. Dort kommen die Bewohner mit ihren Anliegen auf mich zu oder können eine Vielzahl an Sachen, wie beispielsweise eine Waschmaschine ausleihen. Jedem Bewohner wird bei seiner Ankunft eine Ausweiskarte erstellt. Wenn sie dann Material ausleihen, wird diese Karte als „Pfand“ angesehen.

Beim Mittagessen verwalte ich die Anwesenheitsliste. Es gibt so viele Bewohner, meist mit schwierigen Namen, aber ich kenne sie alle nach kurzer Zeit. Nachmittags übernehme ich meistens die Kinderanimation. Wir haben einmal das Schokoladenmuseum besichtigt und eine Wanderung im Hohen Venn gemacht. Außerdem gehen wir gerne mit den Kindern auf den Spielplatz oder bereiten Schatzsuchen vor. Abends spielen wir mit den Erwachsenen Ping-Pong oder Kicker.

Meine Arbeitszeiten sind auch unterschiedlich. Entweder arbeite ich von 9.00 Uhr bis 17.00 Uhr oder von 14.15 Uhr bis 21.45 Uhr. Mir persönlich gefällt die Nachmittagsschicht besser, da ich so engeren Kontakt zu den Bewohnern aufbauen kann.

Hast du Projekte, die du leitest?EFD Belle Vue

Mit den Erwachsenen machen wir ein Schreibatelier, welches vor rund einem Jahr in die Wege geleitet wurde. Dort drücken sie ihre Gefühle mithilfe von Formen oder Malereien aus, um so ihre Probleme zu verarbeiten. Dabei wird immer ein Thema gewählt, welches künstlerisch dargestellt wird (Familie, Herkunftsland,…)

Ebenfalls kochen wir jeden Monat gemeinsam und dann gibt es Spezialitäten aus den verschiedenen Ländern.

Ab nächster Woche biete ich dann einen Zumbakurs für die Frauen an.

Welches ist deine bisher schönste Erfahrung?

Der allgemeine Kontakt zu den Bewohnern, der mich an Erfahrungen reicher gemacht hat.

Welche Sprachen sprichst du im Belle-Vue?

Hauptsächlich Französisch und Englisch und nebenbei ein wenig Deutsch.

Stehst du in Kontakt zu anderen Freiwilligen?

Ich stehe in regelmäßigem Kontakt mit den Freiwilligen in Flandern. Wir organisieren Stadttouren oder gehen zusammen raus. In der DG gibt es noch zwei weitere Freiwillige und wir planen ein gemeinsames Projekt mit den Bewohnern des Asylbewerberzentrums in Manderfeld.

Welche sozialen und sprachlichen Kompetenzen hast du bisher erworben?

Ich konnte meine Sprachkenntnisse verbessern aber hauptsächlich habe ich an sozialen Kompetenzen gewonnen. Dazu gehören Teamarbeit, Anpassung, interkulturelle Kommunikation und die Bedürfnisse anderer Menschen erkennen.

Würdest du einen europäischen Freiwilligendienst weiterempfehlen?

Definitiv JA! Man lernt selbstständig zu sein und macht sich in dieser Zeit viele Gedanken über sich selbst. Der kulturelle Austausch macht einen reich an Erfahrungen.

Was machst du in deiner Freizeit?

Obschon Eupen eine ruhige Stadt ist, mag ich sie sehr. Ich gehe gerne spazieren und treffe mich mit Freunden. Außerdem habe ich Zumba angefangen, dass mir sehr viel Freude bereitet.

Wenn ich mal mehrere freie Tage habe, reise ich gerne und sehe mir Städte in Belgien oder in den Nachbarländern an. Als Tipp für zukünftige Freiwillige kann ich eine Wanderung im Hohen Venn empfehlen.

Was wird dir fehlen, wenn du nach Italien zurückkehrst?Foto Freiwilligendienst Isabelle Belle Vue

Am liebsten würde ich hier in Belgien bleiben und fände es super, wenn mir im sozialen Bereich ein fester Vertrag angeboten würde. Falls das nicht klappt und ich nach Italien zurückkehre, wird mir der Kontakt zu den Menschen am meisten fehlen. Mir ist in dieser Zeit bewusst geworden, dass ein Bürojob nichts für mich wäre. Jedoch freue ich mich auf das italienische Eis, das mir in dieser Zeit am meisten gefehlt hat.