Flüchtlinge werden Freunde

Koch-Integrationsprojekt „Flüchtlinge werden Freunde“

Im Februar 2016 startete in Raeren diese private Initiative mit 6 Teilnehmerinnen, die sich aus Migrantinnen und Einheimischen zusammensetzt. Das Ziel war durch gemeinsame Kochabende die Integration zu fördern, Sprache zu vermitteln und die Kulturen gegenseitig kennenzulernen. Im Februar 2017 blickten 38 Damen aus 12 Nationen mit 5 unterschiedlichen Sprachen auf 12 lustige Kochtreffs zurück und planen weitere monatliche Kochtreffs. Die Sprachvermittlung erfolgt durch die Anwendung der deutschen Sprache in den Rezepten und während der Erklärungen, wie die Kochrezepte hergestellt werden. Hierzu werden die einzelnen Zutaten gezeigt und erklärt. Entweder erkennen die Teilnehmerinnen dann die Zutat und nennen den Namen in ihrer Muttersprache oder es ist eine völlig unbekannte Zutat und ein neues deutsches Wort wird in das Vokabular aufgenommen. Bei Migrantinnen aus den arabisch- oder farsi-sprechenden Ländern, die der deutschen Sprache noch überhaupt nicht nähergekommen sind, werden die Rezepterklärungen von anderen Teilnehmerinnen mit Migrationshintergrund in diese Sprachen übersetzt. Außerdem werden auch noch die französische und englische Sprache am Tisch gesprochen. Das Organisationsteam bestehend aus Karin Maldinger-Jochims, Marianne Brege und Nathalie Scheiff bemühte sich auch die Teilnehmerinnen in Deutschkursen unterzubringen. Eine deutliche Verbesserung des Sprachverständnisses konnte innerhalb kurzer Zeit festgestellt werden und eine Albanerin unterhält sich heute mit einer Irakerin. Über das Gesicht einer Afghanin strahlt ein Lächeln weil einzelne Worte der deutschen Sprache verstanden werden. Ein rundherum gelungenes, engagiertes Projekt mit großem Zulauf, das aufzeigt, wie schön ein Miteinander ohne Vorbehalte, mit gegenseitigem Respekt und Anerkennung sein kann. Weitere Informationen zu diesem Projekt findet man unter: www.koch-integrationsprojekt.be
Karin Maldinger-Jochims, 28.05.2017

Erklärung zur Juryentscheidung:
Als sehr positiv hat die Jury die Berücksichtigung der Herkunftssprachen (Arabisch und Farsi), die Steigerung der Teilnehmerzahl (von 6 auf 35 Teilnehmerinnen) und die Übertragbarkeit bewertet.
Die Jury hat auch unterstrichen, dass das Projekt viel breitere Ziele als die Sprachförderung erreicht. Es geht auch um Inklusion, Integration, Vertrauen und um das ehrenamtliche Engagement seitens der Organisatoren.

Fragen an die Projektinitiatorin Karin Maldinger-Jochims:

Was hat Sie dazu bewegt dieses Projekt zu entwickeln und sich für das Europäische Sprachensiegel zu bewerben?

Der große Flüchtlingsstrom im Jahre 2015 ließ mich nicht unberührt. Ein Aufruf der König-Baudouin-Stiftung in 2015, der sich an Privatpersonen wie VoGs richtete und Integrationsprojekte betraf, war die Initialzündung für dieses Projekt. Meine Kochleidenschaft und die von Marianne Brege und Nathalie Scheiff und die Überzeugung, dass Essen Kulturen verbindet sowie die Neugierde über den Tellerrand zu schauen war der Motor dieser Initiative. Die Motivation sich für das Europäische Sprachensiegel zu bewerben lag auf der Hand, weil wir Sprache in Reinform vermitteln, nämlich durch Anwendung.

Was wünschen Sie Ihrem Projekt für die Zukunft?

Um dieses Projekt aufrecht zu erhalten bedarf es auch zukünftig Fördergeldern, die jedoch nur bedingt beantragt werden können, da wir ein reines privates Projekt und keine VoG sind. Wir hoffen auch weiterhin, dass wir bei Projektaufrufen für Fördermaßnahmen mitmachen können! Bei Interesse kann man uns auf unserer Website www.koch-integrationsprojekt.be anschreiben.